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Brandheiss

Mit voia Wucht

Da oide Schlog - Mit voia Wucht Cover
Künstler: Da oide Schlog
Label: Donnerwetter Musik
Veröffentlicht: 31-1-2020
Genre: Rock
Mitglieder: Stefan Kolbeck (Gesang, Trompete und Gitarre), Stefan Breu (Gesang und Bass), Michael Pongratz (Gitarre), Alex Ritzler (Schlagzeug)

Erhältlich bei

Trackliste

1. Da oide Schlog
2. Grattler
3. Hoizbergschubser
4. Glutenfrei
5. Handwerksleid
6. Alois
7. Hell´s Omas
8. Da Deifi
9. Rehragout
10. Gstanzl
11. Dei Nachbar
12. Massenphase
13. Wurstsemmen
14. Schanierl
15. Bayernhymne

Review

Mit Charme und einer großen Portion Witz, vor allem Wortwitz macht dieses 15 Track starke Album der niederbayrischen Band „Da oide Schlog“ richtig Spaß – Vorausgesetzt man beherrscht ein wenig die bayerische Sprache.

Da oide Schlog“, Track No. 1 der Platte leitet im AC/DC Stil ein, macht dann eine Kehrtwende und wird zum punkigen Stück unterstrichen mit einem blues-rockigem Gitarrensolo, bevor es direkt weiter geht zu „Grattler“. Mit Mundharmonika, Bluesrock und einem Trompetensolo. Bei „Grattler“ (übersetzt: Penner, Depp, Asozialer und Ähnliches) besingen die vier Jungs eine Person die bei jeder Kleinigkeit die Polizei ruft, erst am Nachmittag aufsteht und sogar im Aldi das Plastikbier klaut. Aber wie es so ist im Leben, findet jeder Topf seinen Deckel oder in diesem Fall der Grattler, die passende Grattlerin. Vielleicht ist es bei diesem Lied ganz gut, wenn man nicht unbedingt jedes Wort versteht. In den USA wäre vermutlich ein Explicit angegeben.

Ska-Punkig geht’s weiter – „Hoizbergschubser“ ist eine Mitgröl-Nummer, die durch den einprägsamen Refrain sicherlich auch mit dem einen oder anderen Bier im Bierzelt funktioniert. Spaßige und kurzweilige Nummer.

Und dann landen wir plötzlich im wilden Westen und reiten mit „Glutenfrei“ durch den nächsten  Track. Im Boom-Chicka-Countrystil gegen den Vegan-Lactosefrei-Bio-Wahnsinn.

Handwerksleid“ –  der nächste Alltagswahnsinn den die Band hier besingt: Probleme mit fehlendem Personal in der Handwerkerbranche und übervollen Auftragsbüchern. Fetzige Nummer in bekanntem Rockgewand. Handwerklich eine solide Nummer endend auf einem ausklingenden Gitarrensolo.

Alois“ – Eine Hommage an Ludwig Thomas´ „Ein Münchner im Himmel“, der mit seiner humoristischen Satire die Klischees des typischen Bayern erzählt. Knackig, punkig und kurzweilige Nummer. So schließt auch „Hell´s Omas“ an und ist mit 2:40 min auch das kürzeste Lied auf der Platte. Auch hier macht der Text die Musik, denn wirklich etwas Neues hören wir nicht, es ähnelt bereits bekannten Schemen der Vorgängernummern.

Da Deifi“ eine Funk-angehauchte Nummer. Wie heißt es so schön? Der Teufel steckt im Detail oder die Würze in der Kürze. Etwas zu lang geraten ist diese Nummer, die sich selbst mit den Gitarrensoli wiederholt und eher den Drive der bisherigen Nummern irgendwann bremst. Auch ist der Gitarrenlauf in den Strophen etwas zu dominant und wirkt ehe sehr einfach gestrickt.

Mit „Rehragout“zieht der Drive aber wieder an. Punkig, rotziger Sound und besungen wird des Jäger´s Leid. Witzige Nummer über eine bayerische Spezialität mit humorvoller klanglicher Wende.

2:50 min ist die nächste Nummer und so soll es auch sein denn ein „Gstanzl“ ist in seiner typischen Form ein kurzes Lied im 3/4 Takt das meist in vierzeiliger Form ohne Refrain dargebracht wird. Kurz, knapp, heimatlich.

Mit Suspense geht es in die Nummer „Dei Nachbar“, rockt im einfach gestrickten Refrain richtig und lädt zum Mitgrölen ein, denn die zwei Worte kann sich vermutlich jeder merken. Was wohl meine Nachbarn so im Keller treiben!? Die Laufzeit von etwas über 5 Minuten merkt man diesem Track nicht an.

Und dann kommt ein Stück, bei dem man schon der bayerischen Sprache mächtig sein oder zumindest die Biergrößeneinheit in Bayern kennen sollte. „Massenphase“ ist in witziges Wortspiel mit knackigem Sound.

Schnaufen wir kurz durch, lehnen uns etwas zurück und relaxen für ein paar Sekunden bei „Wurstsemmen“. Warum muss man hier nur direkt an den Eberhofer denken? Vielleicht weil die Wurstsemmel, eines Bayern Mana und der Leberkäs´-Semmel mindestens ebenbürtig ist. Eine Hymne auf die Wurstsemmel! Nix für Vegetarier.

Endspurt auf der Platte und es läuft wie am Schnürchen oder wie ein geöltes „Schanierl“. Ein ruhigerer mit Akustikgitarre untermalter Gutelaune-Song über das Ying und Yang im Leben.

Unsere bayerische Kulturreise endet mit, wie soll es anders sein, einem Kulturgut; die „Bayernhymne“. Gespielt im knackigen Punkgewand endet diese Platte im Crescendo.

Alles in allem hinterlässt die Platte, vor allem durch die witzigen Texte, ein gutes Gefühl. Musikalisch könnte es an der einen oder anderen Stelle gerne etwas raffinierter sein, vor allem weil die Kreativität dazu ausreichend vorhanden ist aber im Großen und Ganzen funktionieren die Lieder, sind in sich stimmig und mit Sicherheit auf jedem Fest ein Hit. Nicht nur in Bayern.

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